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Was sind Social Bots?

Was sind Social Bots? 

Wenn es um neue Begrifflichkeiten geht, ist US-Präsident Donald Trump oft nicht weit. Und auch wenn er den Begriff “Social Bots” weder erfunden noch geprägt hat, so ist diese Bezeichnung doch spätestens seit der Berichterstattung über den Präsidentschaftswahlkampf zwischen Trump und Hillary Clinton bekannt geworden.

 

 

Zumindest indirekt ist Trump also doch daran beteiligt, dass die Onlinewelt in jüngerer Vergangenheit mit einem recht neuen Phänomen zu tun hat. Nur: Was sind Social Bots? Wie funktionieren sie? Und wie lassen sie sich aufspüren?

Diese Fragen beantwortet der folgende Beitrag:

 

Was sind Social Bots?

Das Wort Bot ist eine Kurzform für robot, die englische Vokabel für Roboter. Bei einem Bot handelt es sich um ein Computerprogramm, das ähnlich wie eine automatisierte Maschine oder eben ein Roboter darauf programmiert ist, bestimmte Aufgaben zu erledigen. Dabei kann das Programm seine Aufgaben alleine und eigenständig durchführen, ein Mensch muss nicht eingreifen.

Ein Social Bot ist eine spezielle Variante. Dieses Programm ist gezielt für den Einsatz in sozialen Netzwerken konzipiert. Dort beteiligt sich ein Social Bot an der Kommunikation und ist in der Lage, automatisch zu reagieren, wenn er auf bestimmte Eingaben stößt. 

 

Wie arbeiten Social Bots?

Die genaue Funktionsweise der Social Bots hängt davon ab, wo sie zum Einsatz kommen. So gibt es soziale Netzwerke, die sogenannte Chatbots erlauben. Chatbots kommunizieren und interagieren in einem Chat mit den Nutzern. Bei einem solchen Chat informieren sie den jeweiligen Nutzer beispielsweise über das Wetter, übermitteln ihm Börsendaten oder geben ihm Auskunft über eine getätigte Bestellung und den aktuellen Bearbeitungsstand. In anderen sozialen Medien haben Social Bots ihre eigenen Profile.

Die Accounts haben Profilbilder, hinterlassen Posts, haben Follower und folgen selbst auch anderen Nutzern. Durch die sehr realistische Aufmachung ist oft nicht zu erkennen, ob sich hinter dem Profil ein echter, menschlicher Nutzer oder nur ein programmierter Computer verbirgt. Jedenfalls sind die Social Bots in aller Regel so programmiert, dass sie auf bestimmte Schlüsselwörter oder Hashtags reagieren und ihrerseits dazu mit vorher festgelegten Informationen antworten.

Social Bots können verschiedene Stufen der Komplexität aufweisen. Einfache Programme etwa liken oder teilen nur Meldungen mit bestimmten Hashtags oder gewissen Schlüsselwörtern. Dadurch verbreitet sich der jeweilige Beitrag schneller und erhält mehr Aufmerksamkeit.

Komplexere Bots hingegen enthalten einen Algorithmus, der selbstständig eigene Beiträge erstellen kann. Teilweise sind die Bots sogar so clever programmiert, dass die Beiträge Tippfehler enthalten oder zwischen den Posts mal längere und mal kürzere Pausen liegen. Die Absicht dahinter ist, dass das Profil menschlicher wirken und eben nicht als Computerprogramm enttarnt werden soll. 

 

Warum werden Social Bots kritisch gesehen?

Immer mehr Menschen informieren sich online über das aktuelle Geschehen, wichtige Ereignisse und Nachrichten aus der Politik, der Wirtschaft und anderen Bereichen. Soziale Netzwerke nehmen dabei sowohl als Informationsquelle als auch als Ort, an dem Meinungen gebildet und verbreitet werden, eine immer wichtigere Rolle ein. Deshalb stellt sich die Frage, ob und inwieweit Social Bots einen Anteil daran haben können, die öffentliche Meinung durch das Streuen von bestimmten Informationen gezielt zu beeinflussen.

Vor allem in den sozialen Netzwerken lassen sich die automatisierten Beiträge kaum von den Posts echter, realer Nutzer unterscheiden. Ist die Anzahl der Social Bots entsprechend groß, kann deshalb durchaus der Eindruck entstehen, dass eine bestimmte Haltung weit verbreitet ist oder eine gewisse Position von der Mehrheit vertreten wird.

Der Einsatz von Social Bots zielt in diesem Zusammenhang hauptsächlich darauf ab, Präsenz zu zeigen, bestimmte Informationen gezielt zu verbreiten, Debatten an sich zu reißen und manchmal auch Ängste zu schüren. Insofern könnten Diskussionen im Netz durch Social Bots tatsächlich maßgeblich beeinflusst werden.Die Befürchtung, dass Social Bots auch in einem Wahlkampf maßgeblichen Einfluss auf die Entscheidungen der Wähler haben könnten, steht ebenfalls im Raum.

Immerhin eröffnen sie die Möglichkeit, die politischen Ideen von Politikern und Parteien gezielt zu verbreiten. Experten haben aufgezeigt, dass sowohl bei der US-Präsidentschaftswahl zwischen Trump und Clinton als auch im Vorfeld der Entscheidung zum Brexit massenhaft Social Bots eingesetzt wurden. In Deutschland haben sich die Parteien bei der Bundestagswahl 2017 hingegen darauf verständigt, keine Social Bots zu verwenden.

Weil der normale Internetnutzer kaum erkennen kann, ob ein Beitrag von einem Mensch oder einer Maschine stammt, ist der große Kritikpunkt, dass Social Bots den Prozess der freien Meinungsbildung in einer Demokratie nachteilig beeinflussen können, nicht ganz von der Hand zu weisen. Andererseits dürfen auch die Vorteile und die Potenziale, die diese Technologie mit sich bringt, nicht außer Acht gelassen werden. In der Medienwelt beispielsweise können Bots Beiträge automatisiert verfassen und so Routineaufgaben übernehmen.

Die automatisierte Kommunikation kann verwendet werden, um Nutzer zu informieren und aufzuklären. Integriert in neue Interfaces und smarte Assistenten, können Bots zu nützlichen Helfern und Begleitern im Alltag werden.  

 

Woran lassen sich Social Bots erkennen?

Meist ist nur schwer auszumachen, ob ein Beitrag von einem wirklichen Nutzer verfasst wurde oder auf einen Social Bot zurückgeht. Allerdings gibt es verschiedene Indizien, die auf einen Social Bot hinweisen können:

·         Enthält das Profil Informationen, die den typischen Lebensalltag eines Menschen ausmachen, beispielsweise Angaben zum Beruf, zum Beziehungsstatus oder zu Hobbys?

·         Taucht irgendwo ein Klarname auf, der sich über Suchmaschinen finden lässt?

·         Wurde der Account erst kürzlich eingerichtet?

·         Sind die Beiträge vielseitig oder beschäftigen sie sich ausschließlich mit einem bestimmten Thema?

·         Wie schnell wird auf Beiträge anderer Nutzer reagiert?

·         Wie oft werden Beiträge gepostet und zu welchen Zeiten?

Es gibt inzwischen verschiedene Initiativen, die versuchen, Social Bots zu enttarnen und die Öffentlichkeit darüber zu informieren. Das Projekt Botswatch beispielsweise macht es sich zur Aufgabe, für den Umgang mit Social Bots zu sensibilisieren und so die Transparenz im Netz zu erhöhen. Das Projekt geht dabei dann von einem Social Bot aus, wenn ein Account mindestens 50 Beiträge pro Tag veröffentlicht und hierfür zu jeder Tages- und Nachtzeit aktiv ist.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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