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E-Sport und seine Entwicklung

E-Sport und seine Entwicklung 

Hinter dem elektronischen Sport, kurz E-Sport, verbirgt sich eine Sportart, bei der Menschen mithilfe von Computerspielen gegeneinander antreten. Üblicherweise erfolgt dies über den Mehrspielermodus des jeweiligen Computerspiels.

Genauso wie bei klassischen Sportarten müssen dabei auch im E-Sport Regeln eingehalten werden. Diese werden zum einen durch das Computerspiel selbst vorgegeben und zum anderen von dem Veranstalter des Wettkampfes, beispielsweise einer E-Sportliga, festgelegt.

 

 

Auch wenn viele mit dem Wort Computerspiel zunächst einen amüsanten Zeitvertreib in Verbindung bringen, so benötigt ein Spieler doch eine Vielzahl unterschiedlicher Fähigkeiten, um im E-Sport erfolgreich zu sein. Im Hinblick auf die motorischen Fähigkeiten spielen insbesondere die Koordination von Hand und Auge, die Reaktionsgeschwindigkeit, die Konzentrationsfähigkeit und die Ausdauer zentrale Rollen.

Zu den erforderlichen geistigen Fähigkeiten gehören in erster Linie ein gutes räumliches Orientierungsvermögen und ein vorausschauendes, taktisch-strategisches Denkvermögen. Außerdem muss der Spieler natürlich das jeweilige Computerspiel samt Regeln beherrschen. In einigen Ländern, darunter Großbritannien, China, Südkorea und den USA, ist der E-Sport offiziell als Sportart anerkannt, teilweise wird er sogar staatlich gefördert.

In Deutschland stuft der Deutsche Olympische Sportbund den E-Sport zwar nicht als Sportart ein, aber trotzdem erfreut sich der elektronische Sport großer Beliebtheit. Aber wie hat alles eigentlich anfangen?

 

Hier der E-Sport und seine Entwicklung im Überblick:  

 

Die Anfänge des E-Sports

Schon Ende der 1970er-Jahre wurden Video- und Computerspiele mit Highscore-Tabellen ausgestattet. In diesen Listen wurden die erzielten Punkte über einen längeren Zeitraum festgehalten. Die Spieler hatten dadurch die Möglichkeit, sich zunächst in Spielhallen und später dann an Computern und Spielekonsolen miteinander zu vergleichen und um einen Platz in der Liste zu kämpfen.

Im Februar 1982 veröffentlichte der US-amerikanische Unternehmer und E-Sport-Pionier Walter Day mit dem Twin Galaxies National Scoreboard eine Highscore-Liste mit den Spielständen von über 100 Arcade-Spielen. Die besten Spieler aus diesen Listen schlossen sich im Folgejahr zum U.S. National Video Game Team zusammen und begründeten damit die erste professionelle Videospielmannschaft. Im Sommer 1983 tourte die Mannschaft durch die USA.

Einige der Veranstaltungen wurden dabei im Fernsehen übertragen, was den E-Sport erst in den USA und später auch in Europa und Asien entsprechend populär machte. 1984 fand dann die erste Weltmeisterschaft statt, bei der das US-amerikanische Team unter anderem gegen Mannschaften aus Japan, Großbritannien und Italien antrat.

1990 fand eine andere Weltmeisterschaft statt. Dieses Mal war Nintendo der Veranstalter und die Gewinner erhielten goldene Nintendo-Module als Siegprämien.

Den endgültigen Durchbruch weltweit schaffte der E-Sport dann Mitte der 1990er-Jahre, als Blockbuster Video in Zusammenarbeit mit der US-Zeitschrift GamePro eine Computerspielweltmeisterschaft organisierte.

     

Der E-Sport und das Internet

Permanente Weiterentwicklungen und Verbesserungen der Computer- und Elektrotechnik machten es möglich, Computernetzwerke aufzubauen und per LAN und Internet gegeneinander zu spielen. Als Mitte der 1990er-Jahre die ersten LAN-Partys in großen Hallen stattfanden, nahmen bis zu 2000 Spieler an den Wettbewerben teil.

Mit der Verbreitung des Internets wurden dann auch die örtlichen Begrenzungen aufgehoben und es wurde möglich, rund um die Uhr weltweite Turniere auszutragen. Ende der 1990er-Jahre entstanden die ersten E-Sportligen in Europa, die zu Beginn häufig noch über die Landesgrenzen hinweg agierten. Im Laufe der Zeit bildeten sich aber zunehmend auch nationale E-Sportligen und parallel dazu mit den sogenannten Clans E-Sportmannschaften.

Auch der Begriff E-Sport wurde in diesem Zeitraum erstmalig verwendet. Eine ähnliche Entwicklung wie in Europa war auch in Asien zu verzeichnen. In Seoul fanden im Jahre 2000 die ersten World Cyber Games statt, drei Jahre später wurde erstmals der Electronic Sports World Cup ausgetragen.

Beide Turniere werden seitdem regelmäßig veranstaltet und haben im Bereich des E-Sports einen Status, der mit den Olympischen Spielen oder mindestens einer bedeutenden Weltmeisterschaft vergleichbar ist. 2005 fand mit der CPL World Tour das größte E-Sportevent des Jahres statt. Das Turnier wurde in zehn internationalen Metropolen ausgetragen und endete mit dem Finale in New York. Bei dem Turnier wurden Preisgelder in Höhe von insgesamt 1.000.000 US-Dollar ausgespielt.

Spätestens jetzt hatte der E-Sport auch in kommerzieller Hinsicht den Durchbruch geschafft. Seitdem wurden immer mehr E-Sportturniere ins Leben gerufen und auch die Siegprämien stiegen kontinuierlich an. Im Rahmen der Olympischen Sommerspiele 2008 sollte ein E-Sport-Turnier namens Digital Games stattfinden.

Das geplante Finale in Shanghai wurde allerdings nie ausgetragen.  

 

Der E-Sport heute

Genaue Zahlen darüber, wie viele E-Sportler es weltweit gibt, existieren nicht. In Deutschland wird je nach Quelle von 1,5 bis 4,5 Millionen organisierten E-Sportlern gesprochen, in Europa wird die Zahl auf rund 22 Millionen geschätzt. Neben der Herausforderung im Sinne der Sportart haben sicherlich auch die Preisgelder zu der großen Beliebtheit beigetragen.

So gibt es mittlerweile einige E-Sportler, die den Computersport professionell betreiben und ihr Einkommen mithilfe der Turniere erzielen. Außerdem entdecken immer mehr große Firmen und namhafte Konzerne den E-Sport als durchaus lukratives Geschäft und treten als Sponsoren auf.

Daher ist durchaus davon auszugehen, dass die Bedeutung des E-Sports als Sportart in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Und wer weiß, vielleicht wird der E-Sport irgendwann doch noch zu einer olympischen Disziplin.

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