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5 Fragen zur „Buy now, pay later“-Zahlweise bei Online-Käufen

5 Fragen zur „Buy now, pay later“-Zahlweise bei Online-Käufen

 

Jetzt etwas bestellen und die Ware erst später bezahlen: Solche Käufe werden durch die „Buy now, pay later“-Zahlweise möglich. Dabei ist dieses Modell gar nicht so neu. Vor allem der Kauf auf Rechnung, teilweise mit einer verlängerten Zahlungsfrist, ist bei Online-Bestellungen seit jeher sehr beliebt. Doch während bislang meist der Händler die Zahlung abgewickelt hat, übernehmen nun immer öfter Bezahldienste diese Aufgabe.

Was aber ist der Unterschied zwischen „Buy now, pay later“, einem klassischen Rechnungskauf und einem Ratenkauf? Worauf sollten Käufer achten? Und warum kann ein Zahlungsaufschub in die Schuldenfalle führen? Wir beantworten fünf Fragen zur „Buy now, pay later“-Zahlweise!

 

1. Was genau heißt „Buy now, pay later“?

„Buy now, pay later“ bedeutet ins Deutsche übersetzt „Jetzt kaufen, später bezahlen“ und bezeichnet eine Möglichkeit, um Käufe zu tätigen, ohne die Ware gleich bezahlen zu müssen. Dabei gibt es verschiedene Modelle, die vom Prinzip her mit einem klassischen Kauf auf Rechnung und einer Ratenzahlung vergleichbar sind.

Eine wesentliche Neuerung dabei ist, dass auch schon sehr kleine Beträge in Raten aufgeteilt werden können. Außerdem fällt ein Kreditantrag weg. Stattdessen kann der Käufer seinen Kauf mit wenigen Klicks abschließen und das Geld wird später automatisch von seinem Konto abgebucht. Diese Zusatzfunktionen führen aber dazu, dass die Grenzen zwischen einem Rechnungskauf und einer Finanzierung auf Raten mitunter verschwimmen.

 

2. Was unterscheidet die verschiedenen Zahlungsmodelle voneinander?

Auf den ersten Blick scheint es keine allzu großen Unterschiede zwischen den Zahlmethoden zu geben. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass den Modellen verschiedene Prinzipien zugrunde liegen.

 

Rechnungskauf

Den Kauf auf Rechnung bietet ein Online-Shop in aller Regel selbst an. Wenn die Ware geliefert wird, liegt der Sendung die Rechnung dazu bei und der Käufer hat im Normalfall 14 Tage lang Zeit, um die Rechnung zu begleichen. Zusätzliche Gebühren werden nicht fällig, wenn der Käufer die Zahlungsfrist einhält. Dass ein Online-Shop eine Extragebühr für den Rechnungskauf erhebt, ist eher die Ausnahme und muss bereits bei der Wahl der Zahlungsmethode angegeben sein.

 

Buy now, pay later

Große Online-Shops bieten zwar teilweise ähnliche Zahlweisen an. Meistens wickelt aber ein Zahlungsdienstleister diese Funktion ab. Anstelle des Verkäufers kümmert sich also ein Dritter um die Zahlung.

Bei einem Rechnungsmodell bucht der Zahlungsdienstleister den Betrag 14 oder 30 Tage nach dem Kauf vom Konto des Käufers ab. Der Käufer kann die Rechnung aber auch schon vorher begleichen. Erfolgt die Zahlung innerhalb der vereinbarten Frist, entstehen keine Zusatzkosten. Oft kann der Käufer die Zahlungsfrist einmal verlängern. Verschiebt er die Abbuchung, kann der Dienstleister dafür eine Gebühr verlangen.

Entscheidet sich der Käufer für ein Modell mit Ratenzahlung, kommt ein Kreditvertrag zwischen ihm und dem Zahlungsdienstleister – nicht dem Verkäufer – zustande. Die Rückzahlung erfolgt in Raten, die der Zahlungsdienstleister jeden Monat vom Konto abbucht. Dabei können, je nach Betrag und Anbieter, bis zu 48 Raten vereinbart werden.

Während einige Zahlungsdienstleister eine Ratenzahlung ohne Zinsen anbieten, verlangen andere Dienstleister bis zu 15 Prozent Zinsen. Daneben gibt es Aktionen, bei denen der Kredit für einen bestimmten Zeitraum zinsfrei ist und danach dann verzinst wird. Ein genauer Blick ins Kleingedruckte ist also wichtig, um Überraschungen bei den Kosten zu vermeiden.

 

Ratenkauf

Viele Online-Shops bieten Ratenkredite zu sehr günstigen Konditionen oder in Form einer Null-Prozent-Finanzierung an. Dazu arbeiten sie meist mit einer Partnerbank zusammen, die die Abwicklung der Finanzierung übernimmt. Der Käufer überweist die monatlichen Raten in der vereinbarten Höhe und Laufzeit direkt an die Partnerbank.

Weil die Finanzierung eines Kaufs ein Kredit ist, sollte sich der Käufer genau informieren, um was für ein Kreditprodukt es sich handelt und wie hoch die Kosten sind. Außerdem sollte er sich erkundigen, wie er an die Kreditunterlagen kommt und an wen er sich wenden kann, wenn Fragen auftauchen.

 

3. Woran sollte der Käufer denken, wenn er die „Buy now, pay later“-Zahlweise nutzen möchte?

Bevor der Käufer eine Ware bestellt, die er erst später bezahlen möchte, sollte er folgende Vorkehrungen treffen:

·         Wichtig ist, die Konditionen des Angebots genau durchzulesen. Werden Gebühren oder Zinsen fällig und wenn ja, in welcher Höhe?

·         Es muss sichergestellt sein, dass das Konto zu dem Zeitpunkt, an dem der Rechnungsbetrag oder die Raten abgebucht werden, gedeckt ist. Am besten legt der Käufer das Geld frühzeitig beiseite. Außerdem sollte er sich vermerken, wann die Abbuchung erfolgt. Viele Anbieter stellen eine Benachrichtigungsfunktion bereit. Ansonsten kann sich der Käufer die Termine auch selbst im Kalender eintragen.

·         Bei einer Ratenzahlung sollte der Käufer prüfen, ob er den Restbetrag auch vorzeitig zurückzahlen kann.

Außerdem sollte sich der Käufer vor Augen führen, dass er mit solchen Bestellungen Schulden macht. Denn solange die bestellte und gelieferte Ware nicht bezahlt ist, steht der Käufer beim Verkäufer in der Kreide. Deshalb sollte sich der Käufer einen Überblick über seine Fixkosten verschaffen. Bleibt nach Abzug aller regelmäßigen Ausgaben noch genug Geld übrig, um die Online-Käufe zu bezahlen?

 

4. Für welche Online-Käufe wird die „Buy now, pay later“-Zahlweise am häufigsten genutzt?

Eine Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen ergab, dass ein gutes Drittel der befragten Online-Käufer bei mindestens einem Kauf die Rechnung, einen Zahlungsaufschub oder einen Ratenkauf als Zahlungsmethode gewählt hat. Dabei landeten vor allem Kleidung, Elektrogeräte und Möbel im virtuellen Warenkorb. Und bei fast 75 Prozent der Käufe belief sich der Rechnungsbetrag auf maximal 200 Euro.

 

5. Warum besteht bei „Buy now, pay later“ die Gefahr, in die Schuldenfalle zu tappen?

Der sofortige Kauf mit aufgeschobener Zahlung ist sehr bequem. Ein paar Klicks genügen und schon ist die gewünschte Ware auf dem Weg. Der Käufer kann sich mit der Zahlung nicht nur Zeit lassen, sondern einen Rechnungskauf nachträglich auch in eine Ratenzahlung umwandeln.

Ein Risiko ergibt sich daraus, dass der Käufer die „Buy now, pay later“-Zahlweise immer wieder nutzen kann. Das kann ihn dazu verleiten, weit mehr zu bestellen, als sein Budget eigentlich hergibt. Außerdem droht die Gefahr, dass er den Überblick über die Zahlungen und Raten, die anstehen, verliert.


Ein anderer Aspekt ist, dass Zinsen ein Produkt deutlich verteuern können. Platzt dann auch noch die Abbuchung, entstehen noch mehr Kosten. Schlimmstenfalls schaltet der Zahlungsdienstleister ein Inkassounternehmen ein oder erwirkt einen gerichtlichen Mahnbescheid. Dadurch wird der Einkauf noch teurer. Grundsätzlich sollte die Möglichkeit, gleich zu kaufen und erst später zu bezahlen, deshalb nur in Ausnahmefällen genutzt werden.

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