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App-Berechtigungen und ihre Bedeutung

Übersicht: App-Berechtigungen und ihre Bedeutung 

Für Smartphones und Tablets steht mittlerweile eine riesige Auswahl an unterschiedlichsten Apps zur Verfügung. Jedes Mal, wenn der Nutzer eine neue App herunterladen und auf seinem Gerät installieren möchte, wird ihm eine Liste mit den sogenannten App-Berechtigungen angezeigt.

 

Darin ist aufgeführt, welche Rechte der Nutzer der App einräumen muss, damit er sie nutzen kann. Oft wissen Nutzer aber gar nicht so genau, was die einzelnen Berechtigungen überhaupt bedeuten. So mancher Nutzer macht sich auch nicht unbedingt Gedanken darüber, sondern stimmt einfach zu, ohne sich die Liste näher anzuschauen.

Dabei ist es durchaus ratsam, die Nutzungsbedingungen genau unter die Lupe zu nehmen und abzuwägen, ob eine App die angeforderten Rechte tatsächlich braucht. Bestehen Zweifel, ist es oft besser, die Finger von dieser App zu lassen und sich nach einer vertrauenswürdigeren Alternative umzuschauen.

Damit es künftiger etwas einfacher wird, die Sachlage einzuschätzen, nennt die folgende Übersicht die wichtigsten App-Berechtigungen und erklärt ihre Bedeutung: 

 

Telefonnummern direkt anrufen / Kurznachrichten senden

Durch diese Berechtigungen kann die App eigenständig Telefonnummern anwählen oder SMS verschicken. Einige Apps müssen über diese Rechte verfügen, weil der Nutzer andernfalls keine Telefonate führen oder keine Kurznachrichten verschicken kann. Schädliche Apps könnten die eingeräumten Rechte aber nutzen, um teure Nummern anzurufen, Premiumdienste anzuwählen oder SMS-Abos abzuschließen. Wenn eine App diese Berechtigung einfordert, obwohl sie nichts mit Telefon- oder SMS-Diensten zu tun hat, sollte der Nutzer auf das Installieren besser verzichten.  

 

Kontaktdaten lesen / Kontakte ändern

Durch diese Berechtigung erhält die App Zugriff auf die gespeicherten Kontakte. Die App kann also das Adressbuch auslesen und auch neue Kontakte hinzufügen. Anwendungen wie Adressbücher, Soziale Netzwerke und SMS-Dienste brauchen diese Daten. Bei anderen Apps ist das Zugriffsrecht auf gespeicherte Kontaktdaten aber überflüssig. Bösartige Apps könnten die sensiblen Informationen außerdem für unseriöse Zwecke nutzen. Ratsam ist also, genau zu prüfen, ob und warum eine App den Zugriff auf das eigene Adressbuch fordert.  

 

USB-Speicherinhalte ändern oder löschen

Wird einer App diese Berechtigung eingeräumt, kann sie auf den gesamten Speicher zugreifen und vorhandene Daten auslesen, bearbeiten und löschen. Sehr viele Apps sind auf dieses Recht angewiesen, weil sonst beispielsweise Spielstände, Fotos und andere, eigene Einstellungen nicht speichern könnten. Der Haken an der Sache ist aber, dass die App Daten auch einfach löschen oder, wenn gleichzeitig ein Zugriff auf das Internet besteht, unbemerkt ins Netz hochladen kann.  

 

Genauer (GPS-) Standort

Durch diese Berechtigung kann die App nachvollziehen, wo sich der Nutzer gerade befindet. Standortbasierte Anwendungen wie Kartendienste und Navigationshilfen müssen den Aufenthaltsort natürlich ermitteln können, andernfalls würden sie wenig Sinn machen. Bei anderen Anwendungen wie etwa Spielen dürfte aber fraglich sein, warum die App wissen will, wo der Nutzer gerade unterwegs ist.

Schädliche Apps könnten die Standortinformationen nutzen, um den derzeitigen Aufenthaltsort des Nutzers auszuspionieren oder zu Werbezwecken weiterzugeben. Die GPS-Funktion kann der Nutzer übrigens jederzeit ausschalten und so den Akku entlasten.  Eine ähnliche Berechtigung heißt „Ungefährer (netzwerkbasierter) Standort“. Sie funktioniert nach dem gleichen Prinzip, ermittelt den Aufenthaltsort aber weniger präzise.    

 

Uneingeschränkter Internetzugriff

Bei dieser Berechtigung ist Fingerspitzengefühl gefragt. Stimmt der Nutzer zu, räumt er der App das Recht ein, ungehindert und in vollem Umfang auf das Internet zuzugreifen. Viele Apps sind auf diese Berechtigung angewiesen, weil sie ohne Internetverbindung nicht funktionieren. Auch kostenlose Apps brauchen oft diese Berechtigung, weil sie sich durch Werbung finanzieren und die Werbeanzeigen aus dem Internet geladen und eingeblendet werden.

Viele Apps kommen aber auch ohne einen Internetzugriff aus oder könnten zusammen mit anderen Berechtigungen großen Schaden anrichten. So könnten sie beispielsweise gespeicherte Daten auslesen und heimlich verarbeiten oder an andere Stellen weiterleiten.   

 

Vertrauliche Protokolldaten lesen

Diese Berechtigung räumt einer App das Recht ein, die Protokolldaten von anderen Apps auszulesen. Diese Protokolldaten enthalten aber mitunter sehr sensible Informationen. Ein paar Apps benötigen die Berechtigung, damit beispielsweise Fehlerberichte direkt an den Entwickler übertragen werden können. Beim Großteil aller Apps ist diese Berechtigung aber komplett überflüssig.

Im Zweifel ist es deshalb besser, auf die App zu verzichten, wenn sie die Berechtigung verlangt und der Nutzer die Vertrauenswürdigkeit nicht sicher einschätzen kann.  

 

Telefonstatus lesen und identifizieren

Diese Berechtigung ermöglicht der App, festzustellen, ob der Nutzer gerade telefoniert oder ob er einen Anruf erhält. Dies ist deshalb notwendig, weil die App dann ihre Aktivität unterbricht. Gleichzeitig kann die App durch diese Berechtigung aber auf die IMEI- und die IMSI-Nummer zugreifen. Durch diese beiden individuellen Gerätenummern ist es letztlich möglich, den Standort des Geräts zu orten.  

 

Fotos und Videos aufnehmen

Stimmt der Nutzer dieser Berechtigung zu, kann die App auf die Kamera zugreifen. Bei Apps im Zusammenhang mit Fotos und Videos ist das Anfordern dieser Berechtigung logisch, denn sonst könnte die Anwendung nicht funktionieren. Eine schädliche App könnte jedoch unbemerkt Fotos oder Tonaufnahmen machen und den Nutzer so ausspionieren oder die Aufnahmen heimlich im Internet verbreiten. 

 

Fazit:

Viele App-Berechtigungen sind sinnvoll und notwendig, damit die Anwendungen richtig funktionieren. Zudem muss nicht jede Berechtigung gleich zu Problemen führen. Kritisch wird es erst dann, wenn einer schädlichen App Rechte eingeräumt werden. Generell können Vorsicht und gesunde Skepsis nicht schaden.

Der Nutzer sollte sich also fragen, was eine App braucht und welche Berechtigung mit Blick auf ihre Funktion sinnvoll erscheint. Besteht Unsicherheit, kann sich der Nutzer die Bewertungen der App und des Anbieters anschauen und sich danach entscheiden. Übrigens kann der Nutzer auch bei bereits installierten Apps prüfen, welche Berechtigungen er ihnen eingeräumt hat. Dies ist unter dem Menüpunkt Einstellungen und danach je nach System entweder unter Apps oder unter Datenschutz möglich.

Mehr Tipps, Ratgeber und Anleitungen:

Thema: App-Berechtigungen und ihre Bedeutung

 
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