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Cybermobbing - Infos und Schutzmaßnahmen

Cybermobbing - Infos und Schutzmaßnahmen 

Von dem Phänomen Cybermobbing sind immer mehr Menschen betroffen. Dieser Beitrag erklärt, was Cybermobbing genau ist, welche Varianten es gibt und welche Schutzmaßnahmen ergriffen werden können. 

Während das Mobbing früher ein Problem war, das vor allem in der Schule und am Arbeitsplatz auftauchte, verlagert es sich nun zunehmend ins Internet. Immer häufiger geraten Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene in die Situation, dass sie im Internet gemobbt werden.

 

 

Dabei zeigt sich das Mobbing in Form von Beleidigungen bis hin zur sozialen Ausgrenzung. Und beim Cybermobbing kommt noch erschwerend dazu, dass das Internet nichts vergisst. Selbst wenn die Angriffe aufhören, können die verletzenden Beiträge auch Jahre später irgendwo noch oder wieder auftauchen. 

 

Was ist Cybermobbing genau?

Das Wort Mobbing leitet sich aus dem Englischen ab und lässt sich mit „jemanden anpöbeln“ oder „sich auf jemanden stürzen“ übersetzen. Das Mobbing als solches gibt es schon sehr lange. Durch die Verbreitung des Internets und hier vor allem die Nutzung der sozialen Medien verlagert sich das Mobbing aber immer mehr ins Internet. Gleichzeitig wird es dadurch zunehmend öffentlich. Im Laufe der Zeit etablierte sich so der Begriff Cybermobbing für ein Mobbing, das in den digitalen Medien stattfindet.

Nun liegt aber natürlich nicht bei jeder unfreundlichen Nachricht und jedem beleidigenden Post gleich Cybermobbing vor.

Vielmehr wird dann von Cybermobbing gesprochen, wenn der Betroffene gezielt und über einen längeren Zeitraum hinweg über soziale Netzwerke, in Foren, in Videoportalen oder auf anderen öffentlichen Webseiten beleidigt oder sogar bedroht wird. Ein anderer Begriff für Cybermobbing lautet Cyberbullying. Und neben schriftlichen Beiträgen können die Attacken auch durch diffamierende Fotos und Videos erfolgen.  

 

Welche Arten von Cybermobbing gibt es?

Ein Grund für das vermehrte Aufkommen von Cybermobbing ist sicherlich die Anonymität des Internets. Getarnt durch Pseudonyme, fühlen sich die Täter sicher und stark. Gleichzeitig lässt sich so mancher Beobachter dazu verleiten, sich an der Hetze zu beteiligen, selbst wenn er das Opfer vielleicht gar nicht kennt. Im Laufe der Zeit haben sich jedenfalls verschiedene Varianten des Cybermobbings entwickelt. Die häufigsten davon sind folgende:

·         Cyberstalking: Wie beim Stalking außerhalb des Internets wird das Opfer beim Cyberstalking systematisch belästigt, verfolgt und bedroht. Das Ziel besteht meist darin, dem Opfer Angst zu machen.

·         Cyberthreads: Hierbei handelt es sich um Beiträge, in denen dem Opfer körperliche Gewalt angedroht wird.

·         Denigration: Dieser Begriff steht für das gezielte Verbreiten von verleumdenden Gerüchten. Meist verschickt der Täter dazu Nachrichten mit falschen oder beleidigenden Aussagen über das Opfer an andere Personen oder veröffentlicht entsprechende Posts.

·         Denunziation: Eine Denunziation liegt vor, wenn eine Person wiederholt beschimpft und beleidigt wird, wobei der Versand dieser Nachrichten über nicht-öffentliche Kommunikationskanäle erfolgt. Eine andere Bezeichnung für diese Form des Mobbings lautet Harassment.

·         Exclusion: Von Exclusion wird gesprochen, wenn eine einzelne Person oder eine Minderheitengruppe aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen wird. Bei dieser Gemeinschaft kann es sich beispielsweise um eine Gruppe innerhalb eines sozialen Netzwerks handeln.

·         Flaming: Eine Auseinandersetzung in einem Chatroom, die überwiegend aus Provokationen und Beleidigungen besteht und insgesamt in einer meist vulgären und niveaulosen Sprache geführt wird, wird als Flaming bezeichnet.

·         Happy Slapping: Hierbei werden bekannte oder unbekannte Personen körperlich angegriffen. Die Attacken werden gefilmt und die Videos anschließend im Internet veröffentlicht.

·         Impersonation: Dieser Begriff wird verwendet, wenn die Identität des Opfers gestohlen und anschließend mit dieser Identität Aktionen durchgeführt werden, die dem Opfer schaden. Nimmt jemand die Identität eines anderen an, indem er im Internet unter dem Namen einer bestimmten Person oder unter einem fiktiven Namen auftritt, wird ebenfalls von Impersonation gesprochen.

·         Outing/Trickery: Beim Outing wird eine Person durch das Posten von rufschädigenden Kommentaren, Nachrichten, Fotos und Videos bloßgestellt. Von Trickery wird gesprochen, wenn sich der Täter auf betrügerische Art und Weise persönliche Informationen und vertrauliche Angaben über das Opfer beschafft. Meist behauptet er dabei, jemand aus dem echten Freundes- oder Empfängerkreis des Opfers zu sein.   

 

Was können Betroffene unternehmen?

Das Cybermobbing sollte sehr ernst genommen werden. Denn wenn eine Person ständig beleidigt, eingeschüchtert und ausgrenzt wird und diese Aktionen auch noch öffentlich im Internet erfolgen, kann das massive psychische Schäden und seelische Verletzungen nach sich ziehen. Doch was können Betroffene unternehmen?

Die fünf wichtigsten Maßnahmen sind:

1.       Der Betroffene sollte Beweismaterial sichern. Dazu kann er beispielsweise Screenshots und Chatprotokolle erstellen und entweder auf dem Computer speichern oder ausdrucken. Im Idealfall ist ein Zeuge dabei anwesend. Auf diese Weise lässt sich der Vorwurf, das Opfer habe die Ansichten manipuliert, entkräften.

2.       Das Opfer sollte sich an den Betreiber der Internetseite wenden, ihm die Vorfälle melden und beantragen, dass die verletzenden Textbeiträge, Bilder und Videos gelöscht werden.

3.       Weiß das Opfer, wer hinter dem Mobbing steckt, sollte es den Täter aus den eigenen Kontaktlisten löschen. Außerdem sollte es die Nachrichten ignorieren. Es ist keine gute Idee, die Posts zu kommentieren. Denn dadurch wird es oft nur noch schlimmer, weil der Täter immer wieder nachsetzt.

4.       Das Opfer oder seine Eltern sollten das Gespräch mit dem Täter suchen. Ist der Täter ein Kind oder ein Jugendlicher, kann es aber sinnvoller sein, sich an seine Eltern zu wenden. Ist ein Gespräch nicht möglich oder bringt es keinen Erfolg, bleibt oft nur noch der Gang zur Polizei. Unter Umständen und in schwerwiegenden Fällen sorgt dann eine Anzeige für Abhilfe.

5.       Das Opfer sollte sich Hilfe suchen. Kann oder möchte es sich in seinem direkten Umfeld niemandem anvertrauen, gibt es zahlreiche Anlaufstellen. Hier kann sich das Opfer auch anonym informieren und beraten lassen. Es gibt aber überhaupt keinen Grund, sich dafür zu schämen, Opfer von Cybermobbing geworden zu sein. Letztlich kann jeder in diese Situation geraten! 

 

Die Rechtslage beim Cybermobbing

Das Problem beim Cybermobbing ist, dass es in Deutschland hierzu bisher keine separate Rechtsprechung gibt. Stattdessen muss überprüft werden, ob im Rahmen des Cybermobbings Tatbestände erfüllt sind, die straf- oder zivilrechtlich verfolgt werden können. Diese Prüfung im Einzelfall ist auch deshalb wichtig, weil sich die Täter gerne auf die Meinungsfreiheit nach Artikel 5 des Grundgesetzes berufen.

In der Tat ist es ein verfassungsrechtlich geschütztes Grundrecht, dass jeder seine Meinung äußern darf. Allerdings sind der Meinungsäußerung dann Grenzen gesetzt, wenn sie die persönliche Ehre des Opfers verletzt oder gegen andere Gesetze und Bestimmungen verstößt. Das Kostenrisiko, das mit einer Klage einhergeht, trägt das Opfer. Und wenn der Täter jünger ist als 14 Jahre, ist er noch nicht strafmündig. Eine Klage sollte deshalb gut überlegt sein. In vielen Fällen reicht es aber schon aus, wenn das Opfer glaubhaft androht, die Polizei einzuschalten.   

 

5 Regeln zum Schutz vor Cybermobbing

Cybermobbing wird sich nie ganz auslöschen lassen. Es wird immer Täter geben, die ihren Opfern zusetzen, sie verleumden oder ihnen drohen. Doch wenn ein paar einfache Grundregeln eingehalten werden, lässt sich das Risiko, zum Opfer von Cybermobbing zu werden, deutlich senken:

·         Grundsätzlich sollten im Internet keine privaten Daten preisgegeben werden. Auch für sehr persönliche Themen ist das Internet keine geeignete Plattform.

·         Reinen Online-Bekanntschaften sollte immer mit einer gesunden Skepsis begegnet werden. Im Internet lässt sich nie mit 100-prozentiger Sicherheit sagen, wer sich hinter einem Nickname verbirgt.

·         Wenn Profile und Accounts angelegt werden, sollten die Einstellungen zur Sicherheit und zur Privatsphäre beachtet werden. In aller Regel genügt es völlig, wenn Freunde und Familienmitglieder uneingeschränkten Zugriff auf die Seite haben.

·         Ratsam ist, mithilfe von Suchmaschinen gelegentlich zu überprüfen, ob und was über einen selbst im Internet steht.

Die wichtigste Regel aber lautet: Erst denken, dann veröffentlichen. Der Nutzer sollte sich sehr genau überlegen, welche Fotos und Videos er ins Internet stellt, welche Kommentare er postet und wie er sich äußert. Denn zum einen lassen sich Inhalte, die einmal im Internet sind, kaum noch löschen. Und zum anderen sollte er sich nicht abfällig äußern, wenn er selbst mit Respekt behandelt werden will.

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